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Weihnachtskissen aus Leinen nähen schlichtes Tannenkissen im skandinavischen Landhausstil
Es gibt diese Stunde im Dezember, in der das Licht draußen blau wird und drinnen die ersten Kerzen brennen. Der Baum steht, auf dem Beistelltisch dampft der Tee, und das Wohnzimmer fühlt sich plötzlich kleiner und wärmer an. Genau für diese Stunde ist das Weihnachtskissen „Tanne“ gedacht: ein schlichtes Leinenkissen mit einer Tanne in Salbeigrün, festgenäht mit ein paar sichtbaren Handstichen.
Naturleinen, Salbei und ein kleiner Stamm aus Wollfilz – mehr braucht das Kissen nicht.
Es ist kein lautes Weihnachtskissen. Kein Rot, kein Glitzer, keine Rentiere mit Pompon-Nase. Nur Naturleinen, Salbei und ein kleiner Stamm aus Wollfilz. Und gerade deshalb darf es bleiben – nicht nur über die Feiertage, sondern von Anfang Dezember bis weit in den Januar hinein.
In diesem Artikel zeige ich dir, was hinter dem Kissen steckt: welche Stoffe es so ruhig wirken lassen, wie die Tanne auf das Leinen kommt, welche Größe zu welchem Sofa passt und wie du das Kissen im Winter dekorieren kannst. Die komplette Anleitung mit Schnittbogen in Originalgröße findest du im Nähmagazin „Weihnachtskissen ‚Tanne‘“ – dazu weiter unten mehr.
Warum ein Kissen mit Applikation und keins in Tannenform?
Wer nach Weihnachtskissen sucht, findet schnell Kissen in Form eines Tannenbaums: dreieckig, gefüllt, oft mit einem Stern auf der Spitze. Die sind hübsch, aber sie sind eben ein Dekostück. Man legt sie auf das Sofa, und nach ein paar Tagen liegen sie irgendwo in der Ecke, weil man sich nicht richtig anlehnen kann.
Das Weihnachtskissen „Tanne“ geht einen anderen Weg. Es ist ein ganz normales, quadratisches Sofakissen – eines, an das man sich lehnt, auf das man den Kopf legt, das man beim Filmabend in den Arm nimmt. Die Tanne sitzt als flache Applikation auf der Vorderseite. So bleibt das Kissen ein Kissen, und das Weihnachtliche kommt ganz leise dazu.
Das hat noch einen Vorteil: Die Form ist so schlicht, dass sie zu fast jedem Einrichtungsstil passt. Im skandinavischen Wohnzimmer wirkt sie klar und ruhig, im Landhausstil fügt sie sich zwischen Strick, Holz und Leinen ein, und selbst in einer eher modernen Wohnung sieht sie nicht verkleidet aus.
Die Farben: Naturleinen, Salbei und Greige
Das Kissen lebt von einer sehr kleinen Farbpalette. Die Kissenhülle ist aus Leinen in einem warmen Haferton – nicht reinweiß, nicht beige, sondern irgendwo dazwischen. Die Tanne ist aus Salbeigrün, einem gedämpften, leicht grauen Grün, das an Tannennadeln im Winterlicht erinnert und nie grell wirkt. Der Stamm ist ein kleines Stück Wollfilz in Greige, einer Mischung aus Grau und Beige. Dazu kommt Stickgarn in Creme.
Das ist alles. Keine vierte Farbe, kein Glanz. Genau diese Zurückhaltung macht das Kissen so vielseitig. Neben einem Schaffell, einer grob gestrickten Decke oder einem Stapel Bücher wirkt es sofort stimmig. Und wenn im Januar der Weihnachtsschmuck zurück in die Kiste wandert, sieht die Tanne immer noch nach Winter aus, nicht nach vergessener Dekoration.
Wer es noch stiller mag, näht die Tanne Ton in Ton: eine cremeweiße Tanne auf Haferleinen. Aus der Nähe sieht man die Form, aus der Entfernung nur eine feine Struktur. Zwei Kissen nebeneinander – eines mit salbeigrüner, eines mit cremeweißer Tanne – ergeben ein schönes Paar.
Salbei und Creme: zwei Tannen, ein ruhiges Paar.
Warum Leinen?
Für ein Kissen, das den ganzen Winter auf dem Sofa liegen soll, ist Leinen eine sehr gute Wahl. Es ist robust, wird mit jeder Wäsche weicher und hat diese typische, leicht unregelmäßige Webstruktur mit kleinen Noppen. Genau diese Struktur gibt einer schlichten Applikation Tiefe: Die flache Tanne liegt auf einer lebendigen Fläche und wirkt dadurch nicht aufgeklebt, sondern wie ein Teil des Stoffes.
Leinen darf außerdem knittern. Ein Leinenkissen muss nicht glatt gebügelt aussehen wie aus dem Katalog. Ein paar weiche Falten gehören dazu und machen das Kissen gemütlicher.
Wichtig ist nur eines: Leinen solltest du vor dem Nähen einmal waschen. Leinen läuft beim ersten Waschen ein. Wenn du die Kissenhülle aus ungewaschenem Stoff nähst und sie später wäschst, wird sie kleiner und passt nicht mehr richtig über das Inlett. Wasche deshalb beide Leinenstoffe – den für die Hülle und den für die Tanne – so, wie du das fertige Kissen später waschen möchtest, und bügle sie danach glatt. Erst dann schneidest du zu.
Haferleinen, Salbeileinen, ein Rest Wollfilz und Stickgarn in Creme.
Das Prinzip: aufgebügelt und von Hand festgenäht
Die Tanne entsteht in zwei Schritten, die beide auch für Anfängerinnen gut machbar sind.
Zuerst wird sie mit doppelseitigem Bügelvlies auf das Leinen gebügelt. Bügelvlies ist ein dünnes Klebevlies mit Trägerpapier. Man zeichnet die Form auf das Papier, bügelt das Vlies auf die Rückseite des Salbeileinens, schneidet die Tanne aus, zieht das Papier ab und bügelt sie auf die Kissenvorderseite. Danach sitzt sie fest und verrutscht nicht mehr.
Dann kommt der schönste Teil: Die Tanne wird rundherum mit einem Vorstich von Hand festgenäht, etwa einen halben Zentimeter innerhalb der Kante. Der Vorstich ist der einfachste Handstich überhaupt – die Nadel geht in gleichmäßigen Abständen auf und ab. Die Stiche dürfen ruhig ein wenig unregelmäßig sein. Genau das macht den Charme aus: Man sieht dem Kissen an, dass es zu Hause am Tisch entstanden ist.
Die Schnittkante der Tanne bleibt offen. Durch das Bügelvlies franst sie kaum aus, und die paar feinen Fäden, die sich nach der ersten Wäsche lösen, lassen die Tanne noch natürlicher wirken.
Ganz nah: offene Schnittkante, cremefarbener Vorstich, lebendige Leinenstruktur.
Der Hotelverschluss: ganz ohne Reißverschluss
Viele Nähanfängerinnen schrecken vor Kissenhüllen zurück, weil sie keinen Reißverschluss einnähen möchten. Beim Weihnachtskissen „Tanne“ ist das kein Thema. Die Rückseite besteht aus zwei Teilen, die sich in der Mitte überlappen. Das nennt man Hotelverschluss.
Die beiden Rückteile bekommen jeweils einen einfachen, doppelt umgeschlagenen Saum. Danach werden Vorderteil und Rückteile rechts auf rechts zusammengenäht, gewendet – und das Inlett einfach durch den Überschlag geschoben. Die Hülle lässt sich genauso leicht wieder abziehen, wenn sie in die Wäsche soll.
Für die Kissenhülle brauchst du eine Nähmaschine, aber nur für gerade Nähte. Die Tanne selbst wird komplett von Hand festgestickt. Das macht das Projekt ideal für einen ruhigen Winterabend: Die Maschinenarbeit ist schnell erledigt, und der Rest ist entspannte Handarbeit auf dem Sofa.
Drei Größen: 40, 45 und 50 cm
Das Kissen gibt es im Nähmagazin in drei Größen: 40 × 40, 45 × 45 und 50 × 50 cm. Die Tanne wächst mit, sodass sie mit Stamm bei jeder Größe etwa zwei Drittel der Kissenhöhe einnimmt.
Welche Größe passt zu dir?
- 40 × 40 cm ist die klassische Größe für Sessel, Bänke und kleinere Sofas. Sie eignet sich auch gut als Geschenk, weil sie in fast jedes Zuhause passt.
- 45 × 45 cm ist der Allrounder für das normale Sofa und die Größe, zu der man am leichtesten ein passendes Inlett findet.
- 50 × 50 cm wirkt großzügig auf tiefen Sofas, Tagesbetten oder auf dem Bett.
Der Größenunterschied ist feiner, als man denkt: Das kleinste Kissen ist nur etwa ein Fünftel kleiner als das größte. Zusammen auf einer Bank oder einem Sofa wirken alle drei deshalb wie eine Familie und nicht wie zufällig zusammengewürfelt.
Drei Größen, eine Familie – auf der Bank im Flur.
So dekorierst du dein Weihnachtskissen
Ein ruhiges Kissen braucht keine große Inszenierung. Ein paar Ideen:
Auf dem Sofa vor dem Baum. Das Kissen vor einer hellen Leinenhusse, daneben eine grob gestrickte Decke und ein Schaffell. Im Hintergrund der Baum mit warmweißer Lichterkette und ein paar schlichten Anhängern aus Stoff. Mehr braucht es nicht.
Auf der Bank im Flur. Drei Kissen in den drei Größen nebeneinander auf einer alten, weiß gestrichenen Bank, davor ein Korb, daneben eine Laterne mit Kerze und ein Emaillekrug mit frischen Tannenzweigen. So beginnt Weihnachten schon an der Haustür.
Im Sessel am Fenster. Ein einzelnes Kissen im Lesesessel, daneben ein Stapel Bücher und eine Tasse Tee. Gerade am Nachmittag, wenn draußen der Frost auf den Beeten liegt, wird daraus ein kleiner Rückzugsort.
Als Paar Ton in Ton. Ein Kissen mit salbeigrüner, eines mit cremeweißer Tanne. Das eine wirkt weihnachtlich, das andere fast neutral – und zusammen sehen sie besonders harmonisch aus.
Achte darauf, dass rundherum wenig Konkurrenz entsteht. Das Kissen wirkt am schönsten zwischen matten, natürlichen Materialien: Leinen, Wolle, Holz, Keramik. Glänzende Kugeln oder goldene Akzente würden die ruhige Tanne übertönen. Mehr Ideen für ein stilles Fest findest du bei der Weihnachtsdeko im Landhausstil und in Ein stilles Weihnachten.
Ein Geschenk, das bleibt
Ein selbst genähtes Kissen ist ein wunderbares Weihnachtsgeschenk – vor allem, weil es nicht nach einem Mitbringsel aussieht, sondern nach etwas, das lange bleibt. Eingeschlagen in schlichtes Packpapier, mit einer Baumwollkordel zugebunden und einem kleinen Anhänger dazu, sieht es schon verpackt wie ein besonderes Geschenk aus. Ein Tannenzweig unter der Kordel reicht als Schmuck.
Wenn du ein Kissen verschenken möchtest, ist die Größe 40 × 40 cm meist die sicherste Wahl. Und denk daran, ein passendes Inlett gleich mit einzupacken – dann kann das Kissen sofort aufs Sofa.
Packpapier, Kordel, ein kleiner Anhänger – fertig ist das Geschenk.
Passt zu den 24 Baumanhängern
Das Weihnachtskissen „Tanne“ ist die zweite Ausgabe der Villa Bloom Christmas Collection. Die erste Ausgabe sind die 24 Baumanhänger: acht schlichte Formen aus Leinen und Wollfilz, darunter Tanne, Stern, Herz und Kugel, mit derselben sichtbaren Ziernaht. Hängen ein paar davon im Baum hinter dem Sofa, greift das Kissen ihre Farben und Stiche auf, und das ganze Wohnzimmer wirkt wie aus einem Guss. Das Nähmagazin zu den Anhängern findest du ebenfalls auf Etsy.
Beide Projekte verbindet derselbe Gedanke: Weihnachtsdeko, die nicht glitzern muss, um schön zu sein. Die man selbst näht, gerne anfasst und jedes Jahr wieder hervorholt.
Pflege: damit das Kissen viele Winter hält
Die Kissenhülle kannst du auf links bei 30 °C im Schonwaschgang waschen und danach an der Luft trocknen lassen. Halte dich dabei an die Angaben auf der Packung deines Bügelvlieses. Gebügelt wird von links, am besten leicht feucht. Den Stamm aus Wollfilz solltest du nicht heiß bügeln – leg ein Tuch dazwischen.
Nach Weihnachten gewaschen und trocken aufbewahrt, ist das Kissen im nächsten Dezember wieder bereit. Oder es bleibt einfach liegen, bis der Frühling kommt.
So weit die Kurzfassung. Wenn du das Kissen genau so nähen möchtest, wie es auf den Bildern liegt, findest du im Magazin Weihnachtskissen „Tanne“ – Villa Bloom Christmas Collection No. 02 alles Technische.
Das Nähmagazin: Weihnachtskissen „Tanne“
- Acht illustrierte Schritte
- Schnittbogen in Originalgröße für alle drei Größen
- Zuschnitt- und Stofftabellen, kleines Nählexikon
- Tipps, häufige Fehler, Farbideen & Pflege · Deutsch & Englisch

Häufige Fragen zum Weihnachtskissen
Wo bekomme ich das Schnittmuster für das Weihnachtskissen?
Die komplette Anleitung mit Schnittbogen in Originalgröße gibt es als PDF-Nähmagazin „Weihnachtskissen ‚Tanne‘“ im Villa-Bloom-Shop auf Etsy. Du bekommst die Dateien direkt nach dem Kauf als Download – auf Deutsch und auf Englisch.
Ist das Kissen auch für Nähanfängerinnen geeignet?
Ja. Die Kissenhülle besteht nur aus geraden Nähten, und der Hotelverschluss kommt ohne Reißverschluss aus. Die Tanne wird aufgebügelt und mit dem Vorstich festgenäht – dem einfachsten Handstich überhaupt.
Muss ich das Leinen vorher waschen?
Ja, bitte. Leinen läuft beim ersten Waschen ein. Wasche beide Leinenstoffe vor dem Zuschneiden und bügle sie glatt. Dann bleibt die Hülle auch nach der ersten Wäsche genauso groß wie das Inlett.
Welches Bügelvlies eignet sich?
Du brauchst doppelseitiges Bügelvlies mit Trägerpapier, wie es für Applikationen verwendet wird. Es gibt verschiedene Hersteller – wichtig ist, dass du dich bei Temperatur und Bügelzeit an die Angaben auf der Packung hältst.
Kann ich die Tanne auch mit der Maschine festnähen?
Das geht, zum Beispiel mit einem schmalen Geradstich knapp innerhalb der Kante. Der besondere Charakter des Kissens entsteht aber durch den sichtbaren, leicht unregelmäßigen Handstich in Creme.
Welche Kissengröße soll ich nähen?
Für Sessel und kleine Sofas passt 40 × 40 cm, für das normale Sofa 45 × 45 cm und für große Sofas, Tagesbetten oder das Bett 50 × 50 cm. Alle drei Größen sind im Schnittbogen enthalten.
Darf ich genähte Kissen verkaufen?
Ja, in kleiner Stückzahl, wenn du „Villa Bloom & Co. by Jona“ als Entwurfsquelle nennst. Die Anleitung und der Schnittbogen selbst dürfen nicht weitergegeben werden.
Ein ruhiges Stück Weihnachten
Manche Weihnachtsdeko ist nach den Feiertagen sofort zu viel. Das Weihnachtskissen „Tanne“ gehört nicht dazu. Es bringt ein bisschen Winterwald auf das Sofa, ohne laut zu werden – und es erinnert jedes Mal, wenn man sich anlehnt, daran, dass es mit den eigenen Händen entstanden ist.
Wenn du dein Kissen nähst, zeig es mir gern auf Instagram oder Pinterest mit @villa_bloomandcobyjona und #villabloom.
Dein Weihnachtskissen „Tanne“
Nähmagazin mit Schnittbogen in drei Größen – als PDF zum Sofort-Download, auf Deutsch und Englisch.
Jetzt auf Etsy ansehen →– Jona
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