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Der Garten im Herbst was jetzt draußen zu tun ist – und was bleiben darf
Der Herbst ist die Jahreszeit, in der ein Garten am ehrlichsten aussieht. Nichts blüht mehr um die Wette, das Licht kommt flacher, und plötzlich sieht man wieder die Formen: die Kübel an der Hauswand, den Holzzaun, die Gräser, die im Sommer nur Beiwerk waren. Genau deshalb lohnt sich jetzt ein ruhiger Blick nach draußen. Es gibt ein paar Dinge zu tun – aber weniger, als die Gartenratgeber behaupten. Vieles darf einfach bleiben, wie es ist. Hier kommt, was sich im Landhausgarten im Herbst wirklich lohnt: auf der Terrasse, in den Kübeln, in den Beeten und an den kühlen Abenden.
Zuletzt aktualisiert: 24. September 2026
Holzterrasse im Herbst mit Korbsessel, Wolldecke, Laterne und Kürbissen im Zinkeimer (Inspiration)
1 · Die Terrasse herbstfest, aber noch nicht winterfest
Der häufigste Fehler im Herbst ist, zu früh aufzuräumen. Sobald die ersten kühlen Morgen kommen, wandern Möbel in den Schuppen, Kissen in die Kiste, und die Terrasse steht leer – ausgerechnet in den Wochen, in denen ein Nachmittag draußen am schönsten ist. Besser: die Terrasse umziehen statt räumen. Die leichten Sommerkissen kommen ins Haus, dafür liegt eine dicke Wolldecke über dem Korbsessel, die Laterne rückt an den Tisch, und die Kerze wird ab jetzt schon am späten Nachmittag angezündet.
Holz- und Rattanmöbel dürfen bleiben. Was ihnen schadet, ist nicht die Kälte, sondern stehendes Wasser: Tischplatten trocken wischen, Auflagen nachts hereinnehmen oder in einer Kissenbox lagern, den Sonnenschirm einmal ganz trocknen lassen, bevor er in die Hülle kommt. Ein alter Teppich aus Jute oder Sisal auf dem Holzdeck macht die Sitzecke sofort wohnlicher und nimmt der Kälte von unten die Schärfe. Wer eine kleine Terrasse hat, findet dazu noch mehr Gedanken im Beitrag Kleine Terrasse gestalten.
2 · Hortensien, Lavendel, Geranien was die Kübelpflanzen jetzt brauchen
Die Kübel an der Hauswand sind im Herbst die eigentlichen Hauptdarsteller. Hortensien färben ihre Blütenköpfe jetzt in Altrosa, Grün und Bordeaux um – und diese Herbstfarben sind mindestens so schön wie die Sommerblüte. Deshalb: nicht schneiden. Die vertrockneten Blüten bleiben bis zum Frühjahr stehen, sie schützen die Knospen darunter vor Frost. Was jetzt hilft, ist ein Standort an der Hauswand und, sobald es richtig kalt wird, eine Lage Jute oder Vlies um den Topf. Alles Weitere zur Pflege steht im Beitrag Hortensien im Kübel.
Lavendel bekommt seinen Schnitt im Spätsommer, nicht im Herbst. Wer ihn noch nicht geschnitten hat, nimmt jetzt nur die verblühten Stiele ab und lässt das Grün stehen – ins alte Holz darf nie geschnitten werden. Im Topf braucht er vor allem eines: Drainage. Ein Topf, der im Winter im Wasser steht, ist das Ende jedes Lavendels, egal wie winterhart die Sorte ist. Mehr dazu im Beitrag Lavendel im Topf pflegen.
Geranien sind die Einzigen, die wirklich hinein müssen. Vor dem ersten Frost werden sie um gut die Hälfte gekürzt, von gelben Blättern befreit und hell und kühl gestellt – ein Kellerfenster, ein ungeheizter Flur, ein Treppenhaus. Gegossen wird nur noch alle paar Wochen. Wie das Schritt für Schritt geht, steht im Beitrag Geranien pflegen.
Hortensie im Terrakottakübel mit herbstlich verfärbten Blüten, der Topf in Jute eingepackt, an einer weißen Hauswand (Inspiration)
3 · Jetzt pflanzen für den Frühling, der noch weit weg ist
Das Schönste am Herbstgarten ist ein Versprechen: Was jetzt in die Erde kommt, blüht als Erstes im neuen Jahr. Blumenzwiebeln sind dafür die einfachste und dankbarste Aufgabe. Tulpen, Narzissen, Krokusse, Traubenhyazinthen und Zierlauch werden von September bis Ende Oktober gesetzt – etwa doppelt so tief, wie die Zwiebel hoch ist, mit der Spitze nach oben, in lockere Erde.
Im Kübel funktioniert die sogenannte Lasagne-Methode wunderbar: Unten die großen, späten Zwiebeln (Tulpen), darüber eine Schicht Erde, dann die mittleren (Narzissen), noch eine Schicht Erde, ganz oben die kleinen, frühen (Krokusse, Schneeglöckchen). Ein einziger Zinkeimer oder Terrakottatopf blüht so von Februar bis Mai in Etappen. Wichtig sind Abzugslöcher und im Winter ein Platz an der Hauswand oder ein Jutesack um den Topf, damit die Erde nicht komplett durchfriert.
Wer Farben mag, die zum Landhausstil passen, greift zu Weiß, Creme, Apricot und einem gedämpften Rosa – und lässt die knallbunten Mischungen im Regal. Eine Handvoll gleicher Sorte in einem Topf wirkt immer ruhiger als zehn verschiedene.
Blumenzwiebeln, ein Zinkeimer mit Erde, eine kleine Handschaufel und Gartenhandschuhe auf einem Holztisch im Herbstlicht (Inspiration)
4 · Heide, Gräser und Herbstblüher Farbe, die bleibt
Der Herbst hat seine eigenen Blüten, und sie sind erstaunlich ausdauernd. Besenheide und Schneeheide leuchten bis in den Winter, Chrysanthemen in Weiß und Bronze halten Wochen, Astern bringen ein letztes Lila, die Fetthenne verfärbt sich langsam von Rosa nach Rostrot. Dazu Gräser: Lampenputzergras, Federgras, Chinaschilf – sie geben dem Garten jetzt die Bewegung, die vorher die Blüten hatten, und sehen mit Raureif noch einmal besser aus.
Für Kübel und Kästen gilt dieselbe Regel wie für die Zwiebeln: wenige Sorten, Ton in Ton. Eine Heide in Weiß, ein kleines Gras, ein Zierkohl mit graugrünen Blättern – das reicht für einen Topf, der bis Weihnachten hält. Und wer ohnehin einen Kranz für die Haustür binden möchte, findet die Anleitung im Beitrag Herbstkranz selber machen.
Weiße Heide, ein kleines Ziergras und graugrüner Zierkohl in einem alten Terrakottatopf auf einer Holztreppe (Inspiration)
5 · Herbstdeko draußen Kürbisse, Zink und Laternen
Draußen darf die Herbstdeko gröber sein als drinnen. Was auf dem Esstisch zart wirkt, verliert sich auf der Terrasse – hier braucht es Dinge mit Gewicht: ein Zinkeimer voller kleiner Kürbisse, eine Holzkiste mit Äpfeln, ein Bund Hagebutten in einem Steinkrug, eine große Laterne am Boden statt vieler kleiner Windlichter. Kürbisse halten draußen wochenlang, solange sie trocken stehen und nicht direkt auf nasser Erde liegen; ein Holzbrett oder eine Kiste darunter genügt.
Wer es lieber dauerhaft mag: Genähte Leinenkürbisse in Creme und Salbei sehen in einem Korb an der Haustür oder unter dem Vordach ebenso gut aus – und dürfen im nächsten Jahr wieder heraus. Die Anleitung dazu gibt es im Beitrag Kürbisse aus Stoff nähen, und für den ganzen Herbst im Haus lohnt sich ein Blick auf Herbstdeko im Landhausstil.
Zinkeimer mit kleinen Kürbissen, eine Holzkiste mit Äpfeln und eine große Laterne vor einer Haustür mit Herbstkranz (Inspiration)
6 · Laub, Beete und die Tiere im Garten was liegen bleiben darf
Der Herbst ist die Jahreszeit, in der Faulheit Gartenpflege ist. Laub gehört von Rasen, Wegen und Terrasse herunter – im Beet aber ist es die beste Winterdecke, die es gibt. Es schützt Stauden und Bodenleben, hält die Feuchtigkeit, und im Frühjahr ist der Großteil davon bereits zu Humus geworden. Ein Laubhaufen in einer ruhigen Ecke ist außerdem das Winterquartier für Igel, und jede Staude, die mit ihren Samenständen stehen bleibt, füttert im Winter die Vögel.
Deshalb: Stauden nicht im Herbst abschneiden, sondern erst im Frühjahr. Fetthenne, Sonnenhut, Gräser, Astern – sie alle sehen mit Raureif und Frost noch einmal wie neu aus und geben dem Garten Struktur, wenn sonst nichts mehr da ist. Wer möchte, hängt jetzt ein Vogelhäuschen auf und beginnt mit dem Füttern, sobald die ersten Fröste kommen; die Vögel merken sich den Platz und bleiben den ganzen Winter.
Herbstlaub und Samenstände von Stauden im Beet, dahinter ein Holzzaun, ein Vogelhäuschen aus Holz hängt am Apfelbaum (Inspiration)
7 · Möbel, Strandkorb, Pool einwintern ohne Hektik
Irgendwann im Oktober kommt der Punkt, an dem das Draußenwohnen wirklich zu Ende geht. Dann werden Auflagen und Kissen trocken eingelagert, Rattanmöbel bekommen eine atmungsaktive Hülle oder einen Platz im Schuppen, Holzmöbel dürfen unter einem Vordach stehen bleiben. Ein Strandkorb braucht vor allem eines: Er muss trocken sein, bevor die Haube darüberkommt, sonst schimmelt der Stoff über Winter. Wer den Korb im Frühjahr ohnehin restaurieren möchte, findet die Anleitung im Beitrag Strandkorb restaurieren.
Außenwasserhähne werden abgesperrt und entleert, Schläuche aufgerollt und frostfrei gelagert, Regentonnen geleert oder mit Überlauf versehen. Ein Pool wird gereinigt, das Wasser abgesenkt, die Technik ausgebaut und die Abdeckung so gespannt, dass sich kein Regenwasser sammelt. Tontöpfe, die leer sind, kommen umgedreht unter das Vordach – gefüllt und nass platzen sie beim ersten Frost.
8 · Ein Platz für den Herbstabend Feuerschale, Decke, Tee
Und dann gibt es noch die Abende, die eigentlich zu kalt sind – und die trotzdem die schönsten werden. Eine Feuerschale auf der Terrasse, ein Stapel Holz daneben, zwei Sessel mit Wolldecken, eine Kanne Tee oder ein Glas Rotwein: Mehr braucht es nicht, um den Garten bis in den November hinein zu nutzen. Ein Windlicht auf dem Tisch, die Lichterkette in der Pergola, und die Dunkelheit, die um sechs Uhr kommt, ist plötzlich kein Nachteil mehr, sondern der Grund, warum man draußen sitzt.
Wer diese Abende mag, findet mehr dazu im Beitrag Terrassenbeleuchtung – und im Beitrag über die Terrasse im Landhausstil, der zeigt, wie eine Terrasse das ganze Jahr über ein Lieblingsplatz bleibt.
Feuerschale auf einer Holzterrasse in der Dämmerung, daneben zwei Korbsessel mit Wolldecken, eine Laterne und eine Kanne Tee auf dem Tisch (Inspiration)
Der Garten im Herbst – was jetzt zu tun ist
- Terrasse Sommerkissen rein, Wolldecken und Laterne raus, Möbel bleiben bis Oktober
- Hortensien nicht schneiden, an die Hauswand, Topf bei Frost einpacken
- Lavendel nur Verblühtes abnehmen, Drainage prüfen
- Geranien vor dem Frost kürzen und hell, kühl überwintern
- Blumenzwiebeln September bis Oktober setzen, im Kübel als Lasagne
- Herbstblüher Heide, Gräser, Chrysanthemen – wenige Sorten, Ton in Ton
- Laub von Rasen und Wegen entfernen, im Beet liegen lassen
- Stauden stehen lassen, erst im Frühjahr schneiden
- Wasser Außenhahn absperren, Schläuche und Tonne entleeren
- Töpfe leere Tontöpfe umgedreht unter das Vordach
Der Garten im Herbst – deine Fragen, meine Antworten
Wann räume ich die Gartenmöbel weg?
So spät wie möglich. Holz- und Rattanmöbel vertragen kühle Tage problemlos, nur Dauernässe und Frost setzen ihnen zu. Wer die Möbel bis in den Oktober stehen lässt, bekommt die schönsten Nachmittage des Jahres geschenkt. Kissen und Auflagen sollten dagegen schon jetzt nachts oder bei Regen trocken lagern.
Muss ich Hortensien im Herbst zurückschneiden?
Nein. Bauernhortensien blühen am alten Holz – wer sie im Herbst kürzt, schneidet die Blüten des nächsten Jahres ab. Die vertrockneten Blütenköpfe bleiben über Winter stehen, sie schützen die Knospen darunter. Geschnitten wird erst im Frühjahr, knapp über dem ersten kräftigen Knospenpaar.
Bis wann kann ich Blumenzwiebeln setzen?
Solange der Boden nicht gefroren ist. Ideal ist September bis Ende Oktober, weil die Zwiebeln dann noch Wurzeln bilden. Im Kübel funktioniert das genauso gut wie im Beet – nur brauchen Kübel im Winter etwas Schutz vor Durchfrieren, etwa an der Hauswand oder in Jute eingepackt.
Soll ich das Laub aus den Beeten entfernen?
Nur von Rasen, Wegen und Terrasse. In den Beeten ist Laub die beste Winterdecke: Es schützt Stauden und Bodenleben, hält Feuchtigkeit und gibt Igeln und Insekten ein Quartier. Im Frühjahr ist ein Großteil davon bereits zu Humus geworden.
„Der Herbstgarten braucht keinen Plan. Er braucht jemanden, der sich hinsetzt und zuschaut, wie er sich selbst aufräumt."
Vielleicht ist das die eigentliche Aufgabe im Herbst: nicht alles zu erledigen, sondern zu entscheiden, was bleiben darf. Die Hortensienköpfe, das Laub im Beet, die Gräser am Zaun, der Sessel auf der Terrasse. Was übrig bleibt, ist ein Garten, der auch im November noch aussieht, als würde jemand darin wohnen – und ein paar Abende am Feuer, die man im Sommer so nicht hätte.
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